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Das
Direktorenwohnhaus
wurde 1927 in Blockbauweise errichtet. Wachsmann konstruierte einen funktionell durchdachten, modernen Bau mit
klarem, kubischen Baukörper. Im Gegensatz zu herkömmlichen Blockhäusern
treten die Zwischenwände nicht aus der Fassade hervor, sondern sind in
einer Nut der Außenwand eingeschoben. Dadurch erhält die Fassade einen
gespannten, fast hautartigen Charakter.
Bemerkenswert ist die opulente Durchfensterung. Die verstärkten Bohlen
der Sturze überspannen Fensterbänke mit Weiten bis zu sechs Metern.
Die Räume im Erdgeschoss lassen sich durch Schiebetüren variieren, der
Schornstein steht als Pfeiler mitten im Raum. Eine großzügige Terrasse
vermittelt den Übergang zum parkähnlichen Garten. Die Galerie im
Obergeschoss erschließt die kleineren Schlafräume der Eltern und
Kinder.
Das Gebäude ist der
einzige bekannte Bau in Niesky, der auf einen persönlichen Entwurf
Wachsmanns zurückgeht. Ursprünglich als Wohnhaus für ein
Vorstandsmitglied von C&U erbaut, erwarb es einige Jahre später der
Chefarzt des Nieskyer Krankenhauses. Nach 1945 wurde das Gebäude
öffentlich genutzt, bevor es über 15 Jahre leer stand.
Um das Baudenkmal vor
dem Verfall zu retten, gelang es der Stadt Niesky im Jahr 2005 das
Haus zu erwerben. Zum Tag des offenen Denkmales im September 2006
wurde es im Rahmen einer Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht und erfreute sich regen Interesses.
Die
Stadt bemüht sich um Mittel für eine baldige Sanierung, um das
vorhandene Nutzungskonzept für ein "Informationszentrum Holzbau"
umzusetzen.
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