Reprint
"Wohnhäuser aus Holz"
Musterhauskatalog von 1940, 120 Seiten
Broschüre "Der Holzhauspfad
Gestaltung
der Gartenanlage
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Die Stadt Niesky
hat die einmalige Möglichkeit, den bedeutenden Holzbau modellhaft zu
sanieren.
Mit dem
Jahresende 2011 konnte der erste Bauabschnitt, die Sanierung der
Gebäudehülle fertig gestellt werden.
Möglich wurde
dies u. a. durch Fördermittel
aus dem
Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundesbeauftragten für Kultur und
Medien, aus dem 50% der erforderlichen Kosten beigesteuert wurden.
Durch die Aufnahme
Nieskys in das Fördergebiet des Freistaates Sachsen für Kleine Städte
und Gemeinden ist die zeitnahe Fortführung der Sanierungsarbeiten im
2. Bauabschnitt gewährleistet. Ab Frühjahr 2012 beginnen Arbeiten zur
Sanierung im Innenbereich.
Die öffentliche
Übergabe ist für Dezember 2012 geplant. Für das Gebäude ist eine
mehrschichtige Nutzung vorgesehen. In den repräsentativen
Gesellschaftsräumen im Erdgeschoss wird eine Dauerausstellung die
Entwicklung des industriellen Holzbaus sowie die Leistungen von Konrad
Wachsmann auf diesem Gebiet zeigen. Ein Mehrzweckraum steht für
Fachseminare, Veranstaltungen und insbesondere für Trauungen zur
Verfügung. Das Standesamt der Stadt Niesky wird im Obergeschoss seinen
Sitz haben. Außerdem wird eine Museumsfachbibliothek zum industriellen
Holzbau der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Das Kellergeschoss
wird künftig das Historische Archiv der Stadt beherbergen.
Die Rekonstruktion
des Hauses wird vom Dresdener Architekturbüro Klinkenbusch und Kunze
fachlich begleitet und erfolgt
in enger
Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen.
Nachdem die
intensiven Voruntersuchungen abgeschlossen und ausgewertet waren,
konnte im Januar 2011 endlich mit den Sanierungsarbeiten begonnen
werden.
Zunächst waren
Mitarbeiter der Nieskyer Tischlerei Anton Barthel mit der Bergung der
Inneneinbauten beschäftigt. Wandverkleidung, Parkett, Wandschränke,
Heizkörper und Türen wurden ausgebaut, die genaue Herkunft
dokumentiert und sicher zwischengelagert. Mit größter Sorgfalt
arbeiteten die Tischler an einer zerstörungsfreien Demontage der unter
Denkmalschutz stehenden Teile. Die Freilegung war notwendig geworden,
um die schadhaften Hölzer im Schwellbereich sowie der Balkendecken im
Erdgeschoss auszutauschen. Beim Entfernen der Wandbekleidung
entdeckten die Fachleute interessante Details. So fanden sie im
ehemaligen Musikzimmer Reste einer ehemaligen
Stoffbekleidung. Spannende Einblicke gab es auch in die
baukonstruktiven Besonderheiten des Blockbaus, welche Konrad Wachsmann
in seinem 1930 herausgegebenen Fachbuch „Holzhausbau –Technik und
Gestaltung“ auch am Beispiel des Nieskyer Direktorenwohnhauses
dokumentiert hatte.
Mit Beginn des
Frühjahrs wurden die Bauarbeiten dann auch von außen sichtbar. Mit der
Sanierung des Kellergeschosses wurde die Nieskyer Firma Neu & Reko Bau
Glotz beauftragt. Für eine fachgerechte Trockenlegung und Isolierung
musste das gesamte Kellermauerwerk freigegraben werden. Ferner wurden
die in 1930er Jahren angebaute Laube am Nebeneingang sowie die marode
Terrasse zurückgebaut. Damit war gleichzeitig Baufreiheit für die
Zimmerleute gegeben.
Ein großer Teil der
Räumlichkeiten im Kellergeschoss soll in Zukunft als Historisches
Stadtarchiv genutzt werden. Damit die unwiederbringlichen Archivgüter
sachgerecht gelagert werden können, mussten dafür einige bauliche
Besonderheiten berücksichtigt werden. Um Platz für die Rollregale zu
gewinnen, wurde der südliche Teil des Wachsmannhauses ca. um 1,40 m
tiefer gelegt. Nach exakter Vorgabe des Tragwerkplaners untermauerten
die Bauleute das Fundament. Aus Brandschutzgründen erhielt dieser Teil
des Kellergeschosses eine massive Betondecke.
Im späten Frühjahr
waren dann die Rohbaumaßnahmen weitestgehend abgeschlossen und die
Holz-Handwerker übernahmen die Baustelle. Mit der Sanierung des
hölzernen Baukörpers wurde die Zimmerei Schulze aus Horka beauftragt.
Schadhafte Hölzer, insbesondere im Schwellbereich, an den
Eckverzahnungen sowie einige Deckenbalken, wurden ausgetauscht. Um
solchen Holzschäden in Zukunft vorzubeugen, wurden die stark
beanspruchten Bohlen im Schwellbereich dabei statt des bisher
verwendeten Fichtenholzes durch härteres Lerchenholz ersetzt.
Ein weiterer
Sanierungsschwerpunkt war der Wintergarten. Dieser ist als Anbau in
Fachwerk-Skelett-Bauweise ausgeführt und wurde bereits bei einer
Sanierung in den 1980er Jahren erneuert. Da bei der Neuverschalung
damals das äußere kubische Erscheinungsbild
verändert wurde
und die verwendeten Hölzer bereits wieder Schäden aufwiesen, entschied
das Architekturbüro für einen Neuaufbau des Wintergartens.
Besonderer
Sanierungsbedarf war an der Nordseite des Hauses, die parallel zur
Bautzener Straße verläuft. Hier mussten einige baukonstruktive
Schwachstellen behoben werden. Außerdem gab es an der Fassade
kriegsbedingte Schäden, die repariert werden mussten.
Ein wichtiges
Anliegen war der Erhalt der originalen Fenster. Mit der Tischlerei
Hähnel aus Weißkollm hatten wir einen kompetenten Partner für diese
Aufgabe gefunden. Die aufgearbeiteten Fenster und Türen erhielten
ihren ursprünglichen beigen Anstrich, nach historischem Vorbild wurden
die Fensterläden nachgebaut. Optisch bestimmen die horizontalen
Fensterbänder nun wieder den Charakter des Hauses.
Nach der Auswertung
der Untersuchungsergebnisse des Landesamtes für Denkmalpflege erfolgte
schließlich die Oberflächenbehandlung. Die Holzoberfläche wurde mit
Soliziumdioxidsolen behandelt, die sowohl dem Holzschutz als auch der
Holzverfestigung dienen. Der schwarzbraune Leinölanstrich entspricht
dem ursprünglichen Farbton des Hauses. Hinter der abgebauten Laube
fanden sich noch alte Farbreste.
Parallel zu diesen
Arbeiten wurden die Reparaturen am Dach durchgeführt. Ursprünglich war
eine Neueindeckung vorgesehen. Ein Gutachten ergab, das sich die
Kodersdorfer Dachziegel nach 84 Jahren noch in einem guten Zustand
befinden und nur an einigen Stellen Reparaturbedarf aufweisen.
Von außen erstrahlt
das
Direktorenwohnhauses nun wieder in seiner alten Schönheit.
Rückschau
Die Kölner
Restauratorin Silke Huyke hatte sich bereits 2007 in ihrer mit großem
Erfolg abgeschlossenen Diplomarbeit mit einer
Bestandsaufnahme, Schadenskartierung und Erstellung eines
Restaurierungskonzeptes für die hölzerne Gebäudehülle beschäftigt.
Sie entwickelte damit wesentliche Grundlagen für bauplanerische
Vorarbeiten.
Anfang des Jahres
2009 wurde eine Thermografieuntersuchung durch das Institut
für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und
Sachsen-Anhalt durchgeführt. Hierfür wurde der Innenbereich des
Gebäudes durch Heizquellen erwärmt und mittels
Infrarot-Strahlungstemperaturmessung bauphysikalische Schwachpunkte im
Innen- und Außenbereich lokalisiert. Die Auswertung der angefertigten
Wärmebildaufnahmen hilft bei der anstehenden restauratorischen Planung
für Heizung und Dämmung. Zudem können die Untersuchungs- und
Planungsergebnisse auch auf andere Blockbauten übertragen werden.
In den Sommermonaten
2009 führte das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
konservatorische Untersuchungen zum Fassadenschutz durch.
Diplomrestaurator Manfried Eisbein brachte dazu an verschiedenen
Stellen der Außenfassade Probeanstriche unterschiedlicher
Siliziumdioxid-Solen an, um den ideal verträglichen Holzschutzanstrich
zu ermitteln. Im Ergebnis dieser Analysen wird vor einem
Ölfarbenanstrich eine Vorbehandlung mit diesen verschiedenen Solen
sehr empfohlen. Sie tragen zur Verfestigung der abgebauten
Holzoberflächen bei. Je nach Anwendungsbereich (Sockel, Nordseite)
sollten den Solen zusätzliche pilz- und algenhemmende Substanzen sowie
ein UV-Absorber zugesetzt werden.
Parallel wurden im
Gebäudeinneren Analysen zur Ertüchtigung der Tragstruktur durch
einen Statiker durchgeführt. Dafür wurde an bestimmten Stellen die
Dielung abgehoben und das Aufliegen der Deckenbohlen geprüft.
Fachsymposium "Sanierung von Holzbauten" am 12.09.2008l
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Dipl.-Ing. Architekt Karl Schulze:
Informationsdienst Holz: Denkmalpflegerische Sanierung und
energetische Ertüchtigung von Holzbauten vom Umgebindehaus bis zu den
Bauweisen von Christoph & Unmack
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Dipl.-Restauratorin Silke Huyke:
Das Konrad-Wachsmann-Haus in Niesky - Bestandsaufnahme,
Schadenskartierung und Erstellung eines Restaurierungskonzeptes für
die hölzerne Gebäudehülle
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Dipl.-Ing. Architekt Rolf
Klinkenbusch:
Vorsitzender des Deutschen Werkbundes Sachsen:
Aspekte zur Sanierungskonzeption des Konrad-Wachsmann-Hauses Niesky
Wanderausstellung „Holzbauten der
Moderne“
Das „Informationszentrum Holzbau“
befindet sich zurzeit im Aufbau. Das betrifft das Gebäude selbst,
welches zunächst grundlegend saniert werden muss, als auch die
detaillierte Festlegung der konkreten Nutzung, hinsichtlich Partner,
Betreiberfragen und Organisationsstrukturen. Für dieses Projekt ist
vor allem eine finanzielle aber auch wissenschaftlich-inhaltliche
Mitwirkung und Unterstützung von Institutionen und auch von privaten
Interessenten wünschenswert und notwendig.
Gemeinsam mit Bauhistorikerin Claudia
Klinkenbusch haben wir die
Wanderausstellung „Holzbauten der Moderne“ entwickelt. Als
Informations- und Werbeausstellung stellt sie eine
Zwischenpräsentation der bisherigen Forschungsergebnisse und
Archivrecherchen dar. Während der Sanierungsphase des Wachsmann-Hauses
soll sie die wichtigsten Themenbausteine des künftigen
„Informationszentrums Holzbau“ an verschiedenen Standorten
vorstellen.
Stationen der
Wanderausstellung
technische Details
Anmeldungen bzw. Anfragen
"Holzbauten der Moderne" Katalog zur Ausstellung sowie
Architekturführer Holzbauten in Niesky
Bestelladresse
Preis einschließlich Versand: 6,50 € per Rechnungslegung
Reprint "Wohnhäuser
aus Holz"
Musterhauskatalog von 1940, 120 Seiten
Bestelladresse
Preis einschließlich Versand: 8,50 €
Broschüre " Der Holzhauspfad"
Holzbauten der Firma Christoph & Unmack in Niesky
Bestelladresse
28 Seiten; Preis einschließlich
Versand: 4,00 €
Gestaltung
der Gartenanlage
Hier werden noch Zeitzeugen gesucht, die Informationen zur
ursprünglichen Gestaltung bei der Originalgestaltung liefern können.
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